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Achtung – Bleivergiftetes Marihuana

Im Oktober 2007 wurde erstmals bei einem Patienten in Jena eine Bleivergiftung diagnostiziert, die durch den Konsum von Blei kontaminiertem Marihuana (Cannabis) verursacht wurde. Bis zum 20. März 2008 ist die Anzahl der bundesweit registrierten behandlungspflichtigen Cannabiskonsumenten auf 148 gestiegen. Mit einem weiteren Anstieg der Patienten muss gerechnet werden.

Experten sprechen von der größten Massenbleivergiftung seit dem 2. Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland. Es wird vermutet, dass sich erst ca. 10 % der potentiell Gefährdeten - die geschätzte Dunkelziffer liegt bei ca. 5.000 Konsumenten - untersuchen lassen haben. Auch auf die Frage, ob noch immer vergiftetes Marihuana im Umlauf ist, kann keine verbindliche Antwort gegeben werden.

Eine nicht behandelte Bleivergiftung hat schwerste körperliche Organschäden zur Folge und kann tödlich enden. Deshalb sollten sich Cannabiskonsumenten, die insbesondere Marihuana in den letzten Monaten konsumiert haben, dringend ärztlich untersuchen und gegebenenfalls medikamentös behandeln lassen. Wichtige Informationen u.a. zur Symptomatik sowie Behandlung einer Bleivergiftung finden Sie unter den nachfolgenden Internetadressen:

- Giftzentrale Erfurt: ggiz-erfurt.de unter Aktuelles / archiv 2007 / : „Patienteninformation zur Bleivergiftung“; „Warnung vor kontaminiertem Marihuana“

- Universitätsklinikum Leipzig: uniklinikum-leipzig.de unter Bleiintoxikation / download Leitlinie

- drug scouts: drugscouts.de unter click: „Blei im Gras“

Alle, die sich potentiell betroffen fühlen, können sich Dienstags zwischen 8:00 Uhr und 11:30 Uhr im Gesundheitsamt Jena nach Terminabsprache unter der Telefonnummer (0 36 41) 49 31 44 oder 49 32 01 anonym einer kostenlosen Blutentnahme unterziehen.

Die nachfolgende toxikologische Blutuntersuchung durch das Institut für Arbeitsmedizin des Universitätsklinikums Jena ist kostenpflichtig. Ein Betrag in Höhe von 28,45 Euro (einschließlich Mehrwertsteuer) muss bereits zum Zeitpunkt der Blutentnahme in Vorkasse entrichtet werden.

(jenanews.de)