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Kommentiert: Ein gefühlter Sieg

Wie ein Unentschieden als Sieg empfunden werden kann. Kommentar zum Thüringen-Derby FC Carl Zeiss Jena - FC Rot-Weiß Erfurt.


Das 120. Thüringen-Derby ist Geschichte. Das 1:1 entsprach den Leistungen beider Mannschaften. Erfurt verengte geschickt die Räume und stellte die Kreativabteilung des FCC vor große Probleme. So blieben die Offensivbemühungen der Hausherren meist im Mittelfeld hängen; zu ungenau waren die Zuspiele, zu behäbig bewegten sich die Spieler in den blau-gelben Trikots. Und wenn es dann doch mal schnell über die Flügel ging, war der Abschluss zu ungenau oder einfach nur saftlos.

Die Zuschauer sahen ein an Höhepunkten armes Spiel; selten lief der Ball länger als 30 Sekunden unterbrechungsfrei. Nahezu jede Aktion wurde mit Foulspiel unterbunden – manche Zweikämpfe bezeichne ich als schmutzig geführt. Schiedsrichter Tobias Welz – oft nicht in ausreichendem Maße von seinen Kollegen an den Seitenlinien unterstützt - trug nicht unbedingt zum Gelingen der Veranstaltung bei – so konnte man nicht immer seinen Entscheidungen folgen.

Nach dem Führungstreffer der Gäste schien Jena geschockt und fand lange kein probates Mittel gegen die engstehende Doppel-Viererkette des Baumann-Teams. Im Gegenteil: Mehrfach musste Carsten Nulle im Tor des FCC Kopf und Kragen riskieren, um die kreuzgefährlichen Konter der Gäste zu entschärfen. Und überhaupt: Carsten Nulle! Er war absolut nicht willens, den Platz als Verlierer zu verlassen. Trieb seine Vorderleute immer wieder an und verließ in der Schlussminute sein Tor, um im gegnerischen Strafraum in Kahn-Manier Raum für seine Stürmer freizusperren.

 

Der Ausgleichstreffer hatte für mich Symbol-Charakter. Da wechselte Renè van Eck mit dem 18jährigen Exaucé Mayombo einen Nachwuchsspieler ein, der in buchstäblich letzter Sekunde den Ausgleich erzielte. Van Ecks Vertrauen wurde belohnt – der Youngster erlöste mit seinem Tor die Jenaer Zuschauer und sorgte dafür, dass die Spieler des FC Carl Zeiss Jena mit diesem 1:1 den Platz als Sieger verließen.

Wie das? Torsten Ziegner brachte es auf den Punkt, als er sich im Anschluss an diese Partie per TV-Interview bei „ein paar Erfurter Zuschauern“ bedankte, die mit ihrem idiotischen Verhalten wenige Minuten vor Spielschluss eine Unterbrechung der Begegnung provozierten. Diese Zeit hätten die Spieler des FCC in der Kabine genutzt, um sich noch einmal zu sammeln und zu pushen, um am Ende doch noch den Ausgleich zu erzwingen. „Es ist ein gefühlter Sieg“, so Torsten Ziegner nach Spielschluss.

Wie dumm muss man sein, wenn man als Anhänger seines Teams bei eigener Führung auf des Gegners Platz eine Spielunterbrechung herbeiführt, die der Mannschaft in letzter Konsequenz den Sieg kostet? Beim Schlusspfiff des Schiedsrichters gab es entsprechend lange Gesichter im Gäste-Fanblock, während sich der Jenaer Anhang jubelnd in den Armen lag.

Was dieses 1:1 für den FC Carl Zeiss Jena an Wert besitzt, werden die nächsten Spiele zeigen. Will man, wie angekündigt, das eine oder andere Team an der Tabellenspitze tatsächlich ärgern, dann sollte es im Spiel nach vorn etwas präziser zugehen und Fußball sollte dann auch wieder als Bewegungsspiel verstanden werden.

Text: Jens Mende
Foto: Markus Kämmerer, happyarts.de

 

Fotogalerie FC Carl Zeiss Jena - FC Rot-Weiß Erfurt auf happyarts.de


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Kommentare  

 
+1 #2 Markus Wegener 2009-02-16 14:46 Auch wenn es in Jena vielleicht nicht so gern gehört wird, aber ich will der übergroßen Mehrheit der RWE-Fans für deren friedlichen Support beim Derby danken. Der Handvoll Chaoten will ich sagen, bleibt künftig zu Hause, ihr habt uns um den Sieg gebracht!!! Zitieren
 
 
0 #1 Ronny 2009-02-16 09:10 Tja, wer mit dem Feuer spielt, darf sich nicht wundern, wenn man sich dann die Finger verbrennt Zitieren
 

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