René van Eck: Unsere Fans sind Weltklasse!
„Unsere Fans sind Weltklasse“, sagt FCC-Coach René van Eck nach der Niederlage im Derby gegen Erfurt. Und: „An ihnen hat es nicht gelegen.“
jenanews.de: Wie sieht es nach dieser Derby-Niederlage in Dir aus?
René van Eck: Ich bin sehr enttäuscht, das ist doch klar. Es gibt eben so Tage, da stimmt einfach gar nichts, und dann schaffen es viele Spieler nicht, ihr Leistungsvermögen komplett abzurufen. Aber die machen das nicht mit Absicht. Die gehen nicht auf den Platz und sagen: Heute machen wir mal nichts!
jenanews.de: Wie baust Du Dich nach einem solchen Rückschlag wieder auf?
René van Eck: Mein Sohn ist zu Besuch in Jena noch bis Donnerstag. Vo daher habe ich gute Ablenkung. Aber man darf nicht vergessen, es war nur ein Fußballspiel, das wir verloren haben. Klar tut das weh, aber das Leben geht weiter. Meine Kinder sind das wichtigste in meinem Leben und ich bin glücklich, meinen Sohn jetzt hier zu haben, da ich ihn dann erst wieder im Dezember sehen werde.
Morgen geht die Arbeit weiter, dann werden wir das Spiel analysieren. Wir müssen versuchen, so schnell wie möglich wieder aufzustehen – ich habe immer gekämpft und das werde ich auch jetzt!
jenanews.de: Was war heute los mit Deiner Mannschaft?
René van Eck: Es hat von Anfang an nicht gestimmt. Nichts von dem, was wir uns vorgenommen hatten, ging auf. Dann gehen wir gleich in Rückstand und müssen sehen, dass wir uns schnell wieder fangen. Wir kommen nicht in die Zweikämpfe, tun uns im Spielaufbau schwer und im Grunde haben wir heute keinen Fußball gespielt. Irgendwie war das gesamte Spiel über Sand im Getriebe.
jenanews.de: Mir fehlte der Widerstand, das Aufbäumen, das sich entgegenstemmen.

René van Eck: Ja, das stimmt. Heute waren es zu viele Spieler in meiner Mannschaft, die ihr Potential nicht gezeigt haben. Einige haben sich sehr schwer getan. Normalerweise liefern wir nicht so viele Fehlpässe ab wie heute. Das war nicht unser Tag. Jetzt heißt es, das Spiel aufzuarbeiten und nächste Woche beginnen wir wieder bei Null.
jenanews.de: Wie haben Dir die zwei Neuen gefallen?
René van Eck: Für Melwijn war es natürlich sehr schwer. Der kommt ins Spiel, da steht es schon 0:3. Und doch hat der in fünf Minuten mehr Aktionen gehabt als andere im gesamten Spiel. Assani hat seine Sache gut gemacht, auch wenn ich im Spielverlauf umstellen musste, da es zunächst in der Defensive nicht gestimmt hat. Im Zweikampf hat er gezeigt, was er drauf hat.
jenanews.de: Du sagst, Deine Spieler seien sehr selbstkritisch. Ihr habt in den nächsten Tagen viel aufzuarbeiten, und zwar in allen Mannschaftsteilen, oder?
René van Eck: Ja, sie sind selbstkritisch, das stimmt schon. Aber zur Erinnerung: Nach dem Sieg gegen die zweite von Bayern habe ich gesagt, jetzt kommt das schwerste Spiel. Vor der Partie gegen Aue hatten einige schon das Gefühl, wir marschieren einfach so durch diese Liga und ich habe immer vor solchen Stimmen gewarnt. Wir sind noch lange nicht so weit, man sieht es ja an den anderen Resultaten. Ja, wir haben viel aufzuarbeiten und es wird wohl sehr viel negatives zur Sprache kommen, aber danach geht es weiter.
jenanews.de: Hat die aggressive Spielweise der Erfurter Deiner Mannschaft den Zahn gezogen?
René van Eck: Nach dem frühen Rückstand haben wir uns sehr schwer getan. Eigentlich waren wir es, die den Tarif durchgeben wollten, aber nach der Führung nach nur zwei Minuten läuft es einfach für Erfurt.
jenanews.de: Osnabrück, dem nächsten Gegner, wird nicht entgangen sein, dass man mit aggressivem Pressing gegen Jena erfolgreich sein kann.
René van Eck: Eigentlich ist mir das Sch...egal, was die denken oder glauben, wie sie gegen uns zum Erfolg kommen können. Wir müssen auf uns schauen und jetzt zunächst mal diese Niederlage aufarbeiten. Ich habe immer gesagt, wir sind noch nicht das Team, dass einfach mal so durch die Liga marschiert.
Wir haben Osnabrück auch beobachtet und werden eine entsprechende Taktik wählen, um dort erfolgreich zu sein. Andererseits hätte der Trainer von Aue die Hosen voll haben müssen, als er uns bei unserem Heimsieg gegen Bayern II beobachten ließ. So einfach ist das also alles nicht, wie man sich das gelegentlich vorstellt.
jenanews.de: Zum Schluss noch etwas positives: Bisher verlief das Derby friedlich. Wie hat Dir die Choreographie der Jena-Fans zum Beginn des Spiels gefallen?
René van Eck: Ja, das war geil! Wir wissen, das unsere Fans Weltklasse sind, an denen hat es nicht gelegen. Leider haben wir es nicht zurückgeben können.


Das Gespräch führte Jens Mende.
Fotos: FC Carl Zeiss Jena, Markus Kämmerer, happyarts.de









