Freitag, 18 | 05 | 2012 - jenanews.de_2.1 - Gute Nachrichten für Jena.
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Neujahrsempfang des BVMW in Jena

Rund 300 Gäste aus Politik und Wirtschaft waren der Einladung des BVWM Jena zum Neujahrsempfang ins Foyer des Technologiezentrums im Gewerbegebiet Göschwitz am vergangenen Freitag gefolgt.


Wie lange wird der Jenaer Mittelstand der sich abzeichnenden Finanz- und Konjunkturkrise trotzen können? Noch sind die Einschläge der Krise in Jena nicht zu spüren. Dies ist aber wohl eher der technologischen Ausrichtung der Mehrheit der Arbeitsplätze in unserer Stadt geschuldet. Während sich Automobilhersteller und deren Zulieferer bereits jetzt in arger Bedrängnis befinden, kommen bislang aus Jena keine negativen Schlagzeilen im Zusammenhang mit den ersten Auswirkungen der Finanz- und Konjunkturkrise.

So verbrachten Vertreter aus Politik und Wirtschaft am vergangenen Freitag einen fast schon als heiter zu bezeichnenden Abend. Dies wohl auch deshalb, weil Dr. Albrecht Schröter Münchens Oberbürgermeister Christian Ude als Gastredner für den Neujahrsempfang in Göschwitz gewinnen konnte. Und Ude – bekannt dafür, selten ein Blatt vor den Mund zu nehmen - sprach Klartext, als er den Finanzsektor, der sich gern schon selbst als Industrie bezeichnet hatte, als den Verursacher der im Anrollen befindlichen Krise und damit als das momentane Problem Nr. 1 der Wirtschaft benannte und den Mittelständlern Mut zu sprach: Der Mittelstand sei der Hoffnungsträger im Jahr 2009 angesichts der eher deprimierenden Meldungen aus den Zentralen der Großkonzerne.

 

 

Trotz der sich am Konjunktur-Horizont abzeichnenden dunklen Wolken äußerte sich auch Mihajlo Kolakovic, Vorstand der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Jena-Süd, vorsichtig optimistisch: Das vergangene Jahr sei ein äußerst erfolgreiches gewesen. Mit Stolz gab er die Erweiterung des Gewerbegebietes Göschwitz um die Unternehmen aus dem Süden der Stadt bekannt. Nun vertrete man mehr als 75 mittelständische Unternehmen – ein weiteres Erfolgskapitel am und mit dem Mittelstand könne geschrieben werden.

Bleibt abzuwarten, wie lang der Atem der Jenaer Unternehmen reicht. Angesichts der bei Zeiss verkündeten Kurzarbeit scheint es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann andere hier ansässige Firmen in diesen Strudel hineingezogen werden.

 

Die Stadt Jena will dem Trend entgegensteuern – Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter sprach von der Senkung der Gewerbesteuer seitens der Stadt Jena von einem nicht unumstrittenen Schritt, der aber ein wichtiges Signal an den Mittelstand darstellt. Wirtschaftsförderung beginne vor der Haustür – die Stadt Jena ist sich der Sorgen der kleinen und mittelständischen Unternehmen bewusst.

Lesen Sie auch: jenanews.de im Gespräch mit Christian Ude.

 

Text: Conny Ackermann, Jens Mende
Fotos: Markus Kämmerer, happyarts.de


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